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| Allerlei Informationen rund um die vielfältigen Anwendungen von Holz gab es am Wochenende in Nettersheim. |
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VON JOHANNES PUDERBACH, 09.09.02, 15:05h
Nettersheim - In vielen Angelegenheiten ist die Gemeinde Nettersheim die Vorzeigekommune im Kreis Euskirchen. Dies gilt zum Beispiel für den Bereich Umweltschutz. Die vielen wirtschaftlichen Vorteile, die praktizierter Umwelt- und Naturschutz mit sich bringen kann, hat man im Rathaus früh erkannt. Neben zahlreichen anderen Aktivitäten engagiert man sich in den letzten Jahren besonders in Sachen Holz. So fanden am Wochenende bereits zum dritten Mal die NRW Holz- und Waldtage in Nettersheim statt.Bei seiner Eröffnungsrede im Holzkompetenzzentrum Rheinland pries Bürgermeister Hermann-Josef Mießeler die vielen Vorteile dieses nachwachsenden, heimischen Naturproduktes. Er erwähnte unter anderem die Vorzeigeprojekte Hackschnitzelheizanlage und Holzenergiehof. Als künftige Vorhaben nannte der Bürgermeister etwa die Vermarktungsinitiative Rotkernige Buche, mit der die Zusammenarbeit zwischen Tischlereien, Waldbesitzern, Forstverwaltung, der Lack- und der Fußbodenindustrie verbessert werden soll. Außerdem soll eine Holzdatenbank eingerichtet werden und eine Europäische Holz- und Waldstraße weitere Besucherströme anlocken.
Vom mitveranstaltenden NRW-Umweltministerium war Staatssekretär Dr. Thomas Griese zur Eröffnung gekommen. Es gab schon Anfragen, ob ich nicht zu oft in Nettersheim und zu wenig im Ministerium bin, meinte der Stammgast in der Eifel. Anschließend erntete er einen großen Lacherfolg, als er den in der ersten Reihe sitzenden Marmagener Landtagsabgeordneten Clemens Pick direkt ansprach. Diese Anfrage stammte doch von Ihnen, Herr Pick?, so der Staatssekretär. Dann kündigte er eine frohe Botschaft an. Beim Förderpreis nachwachsende Rohstoffe, dessen Gewinner am Mittwoch bekannt gegeben werden, habe Nettersheim ein sehr erfreuliches Ergebnis erzielt.
Gebot der Stunde
In seiner Rede lobte Dr. Griese den Rohstoff Holz als ältesten Energieträger der Menschheit, der mittlerweile durch modernste High-Tech-Anlagen verfeuert werde. Um das übergeordnete Gebot der Nachhaltigkeit zu beachten, wolle man die Nutzung der erneuerbaren Energien vorantreiben. Zwar belege das Land NRW schon heute einen Spitzenplatz bei der Nutzung erneuerbarer Energien, doch angesichts der Flutkatastrophen in Europa und dem Rest der Welt müsse deren Anteil ausgebaut werden. Dies sei das Gebot der Stunde, so der Staatssekretär.
Auf dem Gelände rund um das Holzkompetenzzentrum zeigten über 50 Aussteller, was sich mit Holz alles machen lässt. Vertreten waren etwa Fertighausfirmen, Hersteller von Holzheizungen oder Maschinen zur Holzverarbeitung. Aber auch Antiquitätenhändler priesen ihre Waren an. Ergänzt wurde das Angebot durch zahlreiche Informationsstände, an denen man sich Unmengen Prospekte in Sachen Holz mitnehmen konnte.Auf einer Wiese arbeiteten drei Bildhauer. Einer von ihnen war Bohdan Z. Stachiw aus Weyer. Er bearbeitete eine Eiche aus dem Nettersheimer Wald mit einer Kettensäge. Aus dem mächtigem Stamm sollte eine abstrahierte Vogelform entstehen.
Eine besondere Attraktion waren in diesem Jahr die Zapfenpflücker, die eine 24 Meter hohe Fichte hinaufkletterten, um am oberen Ende den Samen zu ernten. Wegen des Waldsterbens wurde im Jahr 1987 in Arnsberg eine Forstgenbank eingerichtet, erklärte Försterin Jutta Wagner vom staatlichen Forstamt in Schleiden. Seitdem werden von vielen Baumarten in ganz Deutschland die Samen gesammelt und im Sauerland eingefroren. Wir können dort das Saatgut kaufen, das sich bei uns bewährt hat, berichtete Wolfgang Schnieder, der Nettersheimer Gemeindeförster.
Die jungen Besucher durften an einer kleineren Fichte die Zapfenpflücker nachahmen. Wer die Kletterei den Baumstamm hinauf erfolgreich bewältigt hatte, durfte sich über ein kleines Geschenk freuen.
Alle Rechte vorbehalten © 2001 Kölner Stadt-Anzeiger
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